MS-Access ade! Aus alt mach neu.

1.      Gründe / Ausgangslage

Mit MS-Access konnten vor 15 Jahren auf komfortable Art und Weise Anwendungen entwickelt werden, welche eine Datenbank, Logik und eine Benutzeroberfläche beinhalteten. MS-Access als Basis-Technologie wird von Microsoft nicht mehr unterstützt. Mit Windows 10 funktioniert es bereits heute nicht mehr. Offizielle Abkündigung von MS-Access 2010 ist im Oktober 2020.

Alte Datenbank MS-Access

Solche Anwendungen gibt es einige, sie sind viele Jahre alt, meist gibt es keine Dokumentation. Mit MS-Access war es schwierig, unterschiedliche Kundenwünsche unter einen Hut zu bringen. Eine gängige Lösung war, pro Kunde eine eigene MS-Access Lösung zu entwickeln. Was zur Folge hatte, dass der Aufwand in Bezug auf Releaseplanung und Durchführung überproportional stieg.

2.      Vorgehen

Die bestehende Anwendung ist ziemlich sicher noch im Einsatz und kann somit aus funktionaler Sicht (Use Cases) analysiert werden. Dabei geht es um die Hauptfunktionalitäten. Es wird sich kaum lohnen, sämtliche Funktionen bis ins Detail anzuschauen. Denn vielfach bietet sich die Gelegenheit, nicht (mehr) benötigte Funktionalitäten wegzulassen.

Ein Quervergleich mit dem Programmcode ist sinnvoll. Letztendlich liegt die Wahrheit im Programmcode! Eine kurze Analyse gibt zugleich einen Einblick bezüglich Komplexität. Allzu viel Zeit sollte nicht aufgewendet werden.

Danach macht es Sinn, ein Pflichtenheft zu erstellen. Wichtige technische Punkte sind Architektur (Web- oder Desktop-Anwendung) und Technologien (Java / .NET / PHP etc).

Die Kosten müssen auch berücksichtigt werden. Ist der Kunde bereit, zusätzliche Kosten zu tragen? Wie sieht die Konkurrenz aus? Parallel zur Erstellung des Pflichtenheftes kann eine Aufwandschätzung mit 10% Genauigkeit gemacht werden. Spätestens bei Vollendung des Pflichtenheftes muss klar sein, ob sich die Neuentwicklung lohnt.

Cloud Datenbank

3.      Checkliste

Folgende Checkliste hilft, dass keine wesentlichen Informationen verloren gehen:

  • Gibt es Dokumente (Handbuch, Benutzeranleitung, Code-Beschreibung).
  • Bei welchen Kunden kann die Anwendung im realen Betrieb angeschaut werden.
  • Läuft die komplette Anwendung inkl. Datenbank auf einem Entwicklungsrechner und kann dort analysiert werden.
  • Ist bekannt, bei welchen Kunden welche Version installiert ist.
  • Ist der Sourcecode für die verschiedenen Kunden vorhanden.
  • Welche Hauptfunktionalitäten gibt es, welche werden von den Kunden genutzt.
  • Welche Hauptfunktionalitäten braucht es nicht mehr.
  • Ist es möglich, die bestehenden Daten zu übernehmen / migrieren.
  • Gibt es Kunden, welche als Erste die neue Anwendung nutzen wollen / müssen. Eventuell muss nicht die gesamte Funktionalität von Anfang an entwickelt werden.
  • Braucht es einen Mockup, um möglichst früh ein Feedback der bestehenden Kunden einzuholen.
  • Müssen Mitarbeiter geschult werden, damit die Neuentwicklung selbst gemacht werden kann.

4.      Fazit

  • Eine Neuentwicklung bietet die Gelegenheit, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.
  • Architektur und Technologien sind wichtige Punkte für den längerfristigen Erfolg, siehe https://hyperformers.com/architektur-die-erfolgsbasis/.
  • Ev. ist eine interne Weiterbildung der Mitarbeiter nötig, weil das Wissen in Bezug auf die neuen Technologien noch nicht vorhanden ist. Das ist gleichzeitig die Chance, die Mitarbeiter auf den neusten Stand zu bringen, siehe https://hyperformers.com/weiterbildung-im-digitalen-zeitalter/.
  • Nach Möglichkeit einen Pilotkunden auswählen, der nicht die gesamte Funktionalität von Anfang an braucht.

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